Medizinische Information
Die Sterilisation des Mannes
Alles Wichtige zur Vasektomie – fundiert, verständlich, ohne Umwege. Ergänzt keine persönliche Beratung, soll aber helfen, Vorurteile und Ängste abzubauen.
1.Was ist eine Vasektomie?+
Die Vasektomie ist die operative, endgültige Durchtrennung der Samenleiter (Vas deferens) beim Mann zum Zweck der dauerhaften Empfängnisverhütung. Sie wird typischerweise bei abgeschlossener Familienplanung gewählt und gilt als eine der sichersten Verhütungsmethoden.
2.Wann wird eine Vasektomie durchgeführt?+
Ideal geeignet sind Männer in stabiler Partnerschaft mit abgeschlossener Familienplanung. In seltenen Fällen besteht eine medizinische Indikation, z.B. bei Erbkrankheiten in der Familie. Die Entscheidung sollte bewusst und ohne Druck getroffen werden.
3.Wie wird eine Vasektomie durchgeführt?+
Wir arbeiten mit der modernen "No-Scalpel"-Technik unter lokaler Betäubung. Über zwei kleine Öffnungen am Hodensack werden die Samenleiter freigelegt, jeweils 1–3 cm entfernt, mittels Elektrokoagulation verschlossen und die Enden versetzt in das umliegende Gewebe eingebettet. Der gesamte Eingriff dauert etwa 30 Minuten.
4.Welche Komplikationen können auftreten?+
Komplikationen sind selten: gelegentlich leichte Hämatome, Schwellungen oder Wundinfektionen, die in der Regel gut beherrschbar sind. Eine spontane Wiederverbindung der Samenleiter (Re-Anastomose) tritt in etwa 0,4 % der Fälle auf.
5.Was muss nach dem Eingriff beachtet werden?+
Am Tag des Eingriffs sollten Sie sich schonen und den Operationsbereich kühlen. Nach 2–3 Tagen sind Sie üblicherweise wieder arbeitsfähig (sitzende Tätigkeit). Wichtig: Bis zu zwei aufeinanderfolgende negative Spermiogramme (typischerweise 6–10 Wochen post-operativ) muss weiter verhütet werden.
6.Welche Folgen hat dieser Eingriff?+
Erektionsfähigkeit, Testosteron-Produktion und sexuelles Verlangen bleiben unverändert. Die Ejakulat-Menge reduziert sich nur minimal (ca. 5 %), da Samenzellen mengenmäßig nur einen kleinen Anteil ausmachen. Der Orgasmus wird unverändert erlebt.
7.Kann dieser Eingriff rückgängig gemacht werden?+
Eine mikrochirurgische Wiedervereinigung (Vasovasostomie) ist auch Jahre nach dem Eingriff möglich und hat hohe Erfolgsraten. Je länger die Vasektomie zurückliegt, desto geringer die Chance. Trotzdem sollte die Vasektomie immer als endgültig betrachtet werden.
8.Wer trägt die Kosten?+
Bei fehlender medizinischer Indikation trägt der Patient die Kosten selbst. Die Abrechnung erfolgt nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte). Liegt eine medizinische Indikation vor (z.B. genetische Erkrankungen), übernimmt i.d.R. die Krankenkasse. Nutzen Sie unseren Kostenrechner für eine unverbindliche Schätzung.
Weitere Fragen?
Häufig gestellte Fragen zur Vasektomie — anonym und ohne Anmeldung.
